Welcher Bindungstyp bist du?
Der Bindungsstil ist eine Art Kurzformel dafür, wie du mit Nähe umgehst. Manchen fällt das ganz leicht. Andere werden nervös, wenn es ernst wird. Wieder andere ziehen sich aus Selbstschutz zurück – nur um sich dann einsam zu fühlen, wenn die Distanz zu groß wird. Die meisten von uns zeigen je nach Person und Tagesform eine Mischung aus all dem.
Dieses Quiz führt dich durch 20 Szenarien aus engen Beziehungen – Dating, Langzeitpartnerschaften, wichtige Freundschaften – und ordnet dich auf zwei grundlegenden Dimensionen ein: Wie viel Angst du in Bezug auf Bindung empfindest und wie sehr du dich davor zurückziehst. Diese beiden Dimensionen ergeben vier bekannte Muster: sicher, ängstlich, vermeidend und furchtsam. Dauert etwa vier Minuten.
Diese Muster sind reine Beschreibungen. Sie sind keine in Stein gemeißelten Persönlichkeitstypen oder festen Schubladen. Wenn du dich in einem Muster wiederfindest, das dich nicht gerade begeistert, ist das eine nützliche Info – kein endgültiges Urteil. Antworte bitte danach, was in deinen Beziehungen tatsächlich passiert, nicht danach, wie du es dir wünschen würdest.
Was dieses Quiz misst
Zwei Dimensionen. Die erste ist die bindungsbezogene Angst: wie sehr du dich davor fürchtest, verlassen zu werden, wie viel Bestätigung du brauchst und wie eindeutig die Verbindung sein muss, bevor du dich entspannen und fallen lassen kannst. Die zweite ist die bindungsbezogene Vermeidung: wie wohl du dich damit fühlst, jemanden zu brauchen, wie sehr du emotionale Distanz bevorzugst und wie schnell du dichtmachst, wenn dir etwas zu nah geht.
Kombiniert man beide, entstehen vier Ecken. Niedrige Werte bei beiden nennt die Forschung „sicher“. Hohe Werte bei Angst und niedrige bei Vermeidung ergeben „ängstlich“. Niedrig bei Angst und hoch bei Vermeidung ist „vermeidend“ (manchmal auch abweisend genannt). Hoch bei beidem ist „furchtsam“ (manchmal auch desorganisiert genannt). Die meisten Menschen sitzen nicht exakt in einer Ecke – sie befinden sich irgendwo auf der Landkarte, näher an der einen als an den anderen.
Beispielfragen
- Wenn jemand, der mir wichtig ist, ein paar Stunden nicht auf meine Nachricht antwortet...
- Gehe ich davon aus, dass die Person beschäftigt ist, und mache mit meinem Tag weiter.
- Schaue ich ständig aufs Handy und mache mir Sorgen, dass etwas nicht stimmt.
- Fällt mir das kaum auf – ich habe sowieso gerne etwas Freiraum.
- Fühle ich mich verletzt, rede mir aber ein, dass es mir völlig egal ist.
- Wenn eine Beziehung endet, ist meine erste Reaktion normalerweise...
- Traurigkeit, aber auch das Vertrauen, dass ich darüber hinwegkomme und daraus lerne.
- Ein völliger Absturz – ich gehe alles im Kopf durch, um herauszufinden, was ich falsch gemacht habe.
- Erleichterung, dass ich meinen Freiraum zurückhabe, auch wenn ich ein bisschen traurig bin.
- Eine Mischung aus Trauer und dem Gedanken "Ich wusste eh, dass das passiert".
- Wenn ich mein Vertrauen in Menschen beschreiben müsste...
- Ich vertraue Leuten generell, bis man mir einen Grund gibt, es nicht zu tun.
- Ich möchte voll und ganz vertrauen, lauere aber immer auf Anzeichen von Verrat.
- Ich vertraue mir selbst mehr als anderen.
- Vertrauen fühlt sich gefährlich an – am Ende wird man sowieso nur enttäuscht.
Häufig gestellte Fragen
Quellen
- Bowlby, J. (1969). Attachment and Loss, Vol. 1: Attachment. Basic Books.
- Ainsworth, M. D. S., Blehar, M. C., Waters, E., & Wall, S. (1978). Patterns of Attachment. Erlbaum.
- Fraley, R. C., Waller, N. G., & Brennan, K. A. (2000). An item response theory analysis of self-report measures of adult attachment. Journal of Personality and Social Psychology, 78(2), 350–365.
- General overview: Attachment theory on Wikipedia.